Thema Soziale Phobie

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Was versteht man unter Sozialer Phobie?
 
 
 Ein kleiner Selbst-Test:

·        Bereitet es Ihnen Angst zu telefonieren, zu schreiben oder zu essen, wenn andere Ihnen
         dabei zusehen?
·        Haben Sie große Probleme, Gespräche mit Autoritätspersonen zu führen?
·        Leiden Sie in solchen Situationen unter Symptomen wie Schwitzen, Zittern, Schwindel,
         Erröten o.a.?
·        Fällt es Ihnen deutlich schwer, zu einer Gruppe von Menschen dazuzustoßen?
·        Vermeiden Sie es regelmäßig, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen?
·        Haben Sie starke Angst, mit unbekannten Menschen zu reden?
·        Fürchten Sie sehr, sich in der Öffentlichkeit durch ungeschicktes Benehmen lächerlich zu
         machen?
·        Bereitet es Ihnen erhebliche Schwierigkeiten, anderen, die Sie kaum kennen, eine
         abweichende Meinung kundzutun?
·        Fällt es Ihnen schwer, anderen direkt in die Augen zu schauen?
·        Ist es für Sie sehr belastend, in einem Geschäft etwas umzutauschen?
·        Bereitet Ihnen die Vorstellung, eine eigene Feier zu geben (z.B. Geburtstag), große
         Probleme?
·        Ist es für Sie sehr schwierig, eine Liebensbeziehung/Partnerschaft einzugehen?

Sollten Sie mehr als 3 Fragen eindeutig mit „ja“ beantworten, so kann dies ein Hinweis sein, dass das Thema Soziale Phobie für Sie von Bedeutung ist.
 
 
 
Soziale Phobie 
 
Folgende Kriterien sind bei der Diagnosestellung „Soziale Phobie“ von Bedeutung (in Anlehnung an die Diagnosemanuale ICD-10 und DSM-IV):

 
Die Soziale Phobie gehört zum psychischen Störungsbild der Angsterkrankungen.
 
I. Unter Sozialer Phobie oder Sozialer Angststörung versteht man Angsterleben in und vor zwischenmenschlichen (sog. sozialen) Situationen und Leistungssituationen - seit mindestens einem halben Jahr -  in einem Umfang und in einer Häufigkeit, dass das Wohlbefinden in einem ganz erheblichen Maße „gestört“ ist.
 
Anmerkung: Für die Diagnose Soziale Phobie ist wichtig, dass es sich um ein starkes Angsterleben handelt, welches das Verhalten oder die Lebensführung in bestimmten Bereichen erheblich beeinträchtigt. Es tritt sowohl in den Situationen auf, als auch als „Vor“-Befürchtung, wie auch nur langsam abklingend nach den Situationen. Es kann sich auf das Miteinander in der Öffentlichkeit oder in Schule und Beruf beziehen, oder/und auf den privaten Bereich, auf Freundschaften und Beziehung.
 
 
II. Im Vergleich mit dem Bevölkerungsdurchschnitt ist das Angsterleben in den betreffenden Situationen stark erhöht.
 
Für Ängste ist es schwerlich möglich, absolute Maßangaben festzulegen. Es gilt im Wesentlichen der Vergleich mit dem Angsterleben im Bevölkerungsdurchschnitt in Bezug auf die speziellen Situationen. (Der häufig beschriebene Ansatz, Ängste in Bezug auf die auslösende Situation als rational oder irrational zu bewerten, wird der Qualität von menschlichen Empfindungen nicht gerecht.)
   
 
III. Der Betroffene empfindet und befürchtet im zwischenmenschlichen Miteinander ausgeprägte und anhaltende Gefühle von Angst, Scham, Schuld und auch Wut.
Dieses Erleben ist häufig verbunden mit konkreten Vorstellungen, von anderen als „minderwertig“, „nicht liebenswert“, „merkwürdig“, „lächerlich“ oder leistungsschwach bewertet zu werden.
 
Es bedarf nicht grundsätzlich einer tatsächlichen oder befürchteten negativen äußeren Bewertung, da der Betroffene die negativ bewertende Instanz auch selbst darstellen kann. Neben dem Aspekt der Bewertung kann auch Trennungsangst wahrgenommen werden.
 
 
IV. Auslöser dieser Befürchtungen können die Aufmerksamkeit anderer sein, eigenes als peinlich oder erniedrigend bewertetes Verhalten, die Wahrnehmung sichtbarer Symptome an sich selbst wie Erröten, Schwitzen, Schwindel oder Zittern, ebenso wie eigener Vergleich mit den anderen Menschen; bisweilen reicht einfaches Anwesend- und somit Sichtbarsein unter Menschen sowie die Erwartung oder Vorstellung derartiger Situationen.
 
Situationen mit besonderer Aufmerksamkeit sind z.B. Feiern, Partys, (öffentliches) Reden vor kleinen oder großen Gruppen. Diese Situationen sind für viele - aber nicht für alle - Betroffene angstbesetzt; für andere liegen die Schwierigkeiten mehr im privaten Freundes- und Beziehungsbereich. Die Selbst-Bewertungsmaßstäbe Betroffener sind oft überhöht.
 
 
V. Auch wenn der Betroffenne das Ausmaß seiner Befürchtungen als deutlich erhöht erkennt und oft auch als situationsunangemessen bewertet, so gelingt auf Grund der Stärke der Angst eine Distanzierung oder Kontrolle des Angsterlebens nur unzureichend.
 
Im Gegensatz zu Schüchternheit fällt auf, dass Betroffene bisweilen trotz mehrfach „gemeisterter Situation“ und Ausbleiben der befürchteten Abwertung und Peinlichkeit in einer erneuten Situation nur wenig in ihren Befürchtungen nachlassen; die Ängste haben eine hohe Beharrungstendenz.
 
 
VI. Auf Grund der Stärke der Befürchtungen ist es für den Betroffenen naheliegend, sich um Vermeidung angstauslösender Situationen zu bemühen.
Begrenzt sich das Angsterleben nur auf einige, wenige soziale Situationen, so spricht man von einem nicht-generalisierten Subtyp, anderenfalls von einem generalisierten Subtyp Sozialer Phobie. Die Abgrenzung des generalisierten Subtyps von der sog. ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung kann schwierig sein.
 

 

  Grundsätzliche Problematik von Diagnosen im psychischen Bereich:
 
  Definitionen von psychischen Störungen oder Krankheitsbildern sind unentbehrlich für
  die Diagnostik und Therapie. Sie stellen ein Ordnungssystem dar.
 
  Der Komplexität und Individualität eines jeden Menschen können sie nicht gerecht
  werden. Der Einzelne „passt“ mit der eigenen Problematik nur mehr oder minder in
  eine solche „Schublade“. Auch viele andere Themenbereiche wirken auf das psychische
  Gesamtbefinden ein.
  Somit kann auch diese Definition nur ein Orientierungspunkt sein für einen Betroffenen
  auf der Suche nach mehr Verständnis über die eigene Problematik und Unterstützung
  in der persönlichen Weiterentwicklung.
 
 
 
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Emetophobe Symptomatik bei Sozialer Phobie

Schwierigkeiten beim Essen und Trinken in der Öffentlichkeit für Menschen mit Sozialer Phobie


Dieser Beitrag befasst sich dem Symptom Angst vor Übelkeit/Erbrechen (sog. Emetophobie) speziell bei Essen in der Öffentlichkeit und ausschließlich bei Menschen, die unter einer Sozialen Phobie leiden. Einbezogen werden eine aktuelle Internet-Befragung, an der sich 150 Personen mit Sozialen Ängsten beteiligten, sowie Betroffenen-Interviews.
 
 
I. Die Teilnahme an öffentlichem und privat-familiärem Essen
 
Essen ist Normalität, auch schlichte Lebensnotwendigkeit. Daneben bedeutet es für die meisten Menschen auch Genuss, Wohlbefinden und Lebensqualität. Der Stellenwert des Essens lässt sich nicht ohne gesellschaftliche und kulturelle Zusammenhänge betrachten, denn Essen in Gesellschaft ist verbunden mit Geselligkeit und Lebensfreude. Familienfeiern sind nicht ohne damit verbundenes Festessen zu denken, öffentliche Feste und Feiern ohne dazugehöriges Essen und Trinken fast unvorstellbar.
 
Soziale Angststörung hat vielerlei Ausprägungen. Wenn sie mit Problemen mit dem Essen oder Trinken einhergeht, treten in öffentlichen oder familiären Essenssituationen oft spezifische Symptome auf: Zittern der Hand, z.B. beim Halten von Besteck, Globusgefühl, das Gefühl, beim Essen oder Trinken beobachtet zu sein oder sich ungeschickt zu benehmen, nicht aufstehen zu können, unangenehme Sitznähe u. Ä.
Aus diesen Gründen verbinden Betroffene mit solchen Ess-Situationen weder Genuss noch Geselligkeit oder Lebensfreude. Stattdessen vermeiden sie aus Angst Essen in Gesellschaft oder im familiären Umfeld, um nicht mit der beschrieben Symptomatik konfrontiert zu werden. Dieses Vermeidungs-verhalten führt im schlimmsten Fall zum Einschränken sozialer Kontakte bis auf ein Minimum, zu erheblichen Schwierigkeiten im Privat- und Berufsleben, zu Rückzug und Isolation.
 
 
II. Die Angst vor Übelkeit/Erbrechen (Ü/E)

im Weiteren abgekürzt als „Angst vor Ü/E“, um Betroffenen ein Einlassen auf diesen Text zu erleichtern.
 
Eines der Symptome, welche auf der Basis Sozialer Phobie auftreten können, ist die Angst, dass einem in Gesellschaft anderer Menschen übel werden könnte, bis zur Sorge zu erbrechen.
 
   

Klinik für Sozialphobie

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Der folgende Artikel ist zum 1. April erschienen, "leider" könnte man dabei denken - die Wirklichkeit ist noch nicht so weit, denn der Inhalt ist alles andere als ein Aprilscherz. Die Diskussion über ein gutes stationäres Therapiekonzept erscheint uns sehr wichtig

Wir sind daher interessiert an Rückmeldungen hierzu von Betroffenen, besonders von Menschen, die bereits stationäre Erfahrungen haben (E-Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. ). Eure Rückmeldungen geben wir gerne an den Autor des Artikels und Ansprechpartner der Dortmunder Selbsthilfegruppe "Sopha" weiter.


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Quelle: Sopha- Dortmunder Selbsthilfe für Menschen mit sozialen Ängsten

http://www.sozialphobie-do.de/w/Inhalt/KlinikSozialphobie-2009-04

Klinik für Sozialphobie

Stand: 01.04.2009; Autor: Fred

>>Nachtrag 03.04.09: Leider war das nur ein Aprilscherz. Aber trotzdem, lasst euch von dieser Vision inspirieren.<<

Endlich wird es Realität - bald wird die Klinik für Sozialphobie in Waldmünchen fertiggestellt. Es ist damit die erste psychosomatische Klinik, die ihre Kernkompetenz in der Heilung von Sozialphobie sieht. So etwas gab es bisher nicht und es war dringend nötig, dass endlich so eine Einrichtung entsteht.

Eröffnet wird die Klinik erst im Spätsommer, aber schon jetzt arbeitet das Team auf Hochtouren: Behandlungskonzepte enstehen und unzählige neuere Behandlungsansätze werden getestet. Hierfür werden auch immer wieder Betroffene eingeladen, um erste Erfahrungen zu sammeln. Gleichzeitig können Betroffene Ideen und Wünsche einbringen, was für so eine Klinik wichtig wäre.

Wir hatten das Glück, schonmal einen Blick hineinwerfen zu können. Es war ein spannender Ausflug. Oberarzt Dr. Mühlberg empfing uns am Montag morgen. Er ist ein überaus freundlicher Mensch und wir fassten schnell Vertrauen. Schon nach 5 Minuten lachten wir herzlich zusammen, es ist ganz sonderbar, wie dieser Mensch eine so gelassene und entspannte Atmosphäre um sich verbreiten kann. Er ist auch gar nicht so, wie man sich einen Oberarzt vorstellt: Er ist keine Autorität, die einen von oben herab behandelt. Man begegnet sich vielmehr von Mensch zu Mensch und er ist wirklich an einem interessiert.

Weiterlesen: Klinik für Sozialphobie

   

daz: Umarme deine Ängste - sie geben dir Kraft

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Wolfgang, 44 Jahre

 

Umarme Deine Ängste - sie geben Dir Kraft

Ein Betroffener zieht Bilanz aus 33 Jahren Angst

 

18 Jahre zurück. In Übersee unterrichte ich Englisch. Es ist kurz vor neun Uhr an einem Freitag morgen. Plötzlich erfaßt mich ein Schwindel und ich glaube, jetzt wird etwas ganz Schreckliches mit mir passieren. Zum Glück ist die Stunde gleich zu Ende, so daß keiner mitbekommt, wie mir der Schweiß aus den Poren schießt. Ich bin fix und fertig, und ich habe Angst, so viel, daß ich glaube, sie wird mich gleich umbringen. Vor jedem Unterrichtsbeginn zittere ich und hoffe, daß ein solcher Anfall nicht wieder auftreten möge. In den nächsten Wochen habe ich Herzklopfen und fühle mich verspannt, plötzlich habe ich Ängste vor Menschenmengen, Geschäften, sogar Bergen. Wenn ich allein bin, fühle ich mich meiner verrückten Situation hilflos ausgeliefert. Ich könnte schreiend davonrennen. Nur wohin?

Ein Jahr später, zurück in Deutschland, suchte ich ärztliche Hilfe. Ein Psychiater zerstreute meine Befürchtung, daß es sich um epileptische Anfälle handeln könnte. Statt dessen bestätigte er mir eine Ahnung, die ich schon lange hegte.

Weiterlesen: daz: Umarme deine Ängste - sie geben dir Kraft

   

Prof. Dr. med. Volker Faust: Soziale Phobie

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Quelle: Prof. Dr. med. Volker Faust
Zentrum für Psychiatrie - Die Weissenau
Abt. Psychiatrie I der Universität Ulm
D - 88214 Ravensburg

http://www.psychosoziale-gesundheit.net/psychiatrie/sozphobie.html

 

Soziale Phobie

Krankhafte Schüchternheit - soziale Angststörung - soziale Neurose - Antropophobie

Die Soziale Phobie oder "krankhafte Schüchternheit" ist eine Situationsangst. Sie bezieht sich vor
allem auf Handlungen, die sich unter den Augen von Drittpersonen abspielen, die das Verhalten nicht
nur beobachten, sondern möglicherweise auch kritisieren könnten. Soziale Phobien beginnen meist in Kindheit und Pubertät, wo sie in bestimmtem Rahmen noch als normal gelten. Deshalb wird die
Diagnose erst gestellt, wenn ungewöhnlich starke Ängste zu einem verhängnisvollen
Vermeidungsverhalten in entsprechenden Situationen führen, am Schluß sogar zu Rückzug,
Leistungseinbruch und Isolationsgefahr. Es beginnt mit der Einschränkung der individuellen
Entfaltungsmöglichkeiten, insbesondere der Lebensqualität und geht über verminderte Beziehungen
und Aktivitäten einschließlich Arbeitsleistung bis hin zu ernsten seelischen, psychosozialen und
schließlich sogar psychosomatischen und rein körperlichen Folgestörungen. Frauen scheinen häufiger betroffen.

 

Was muß man wissen und vor allem: Was kann man tun?

Die Angst vor anderen Menschen wurde schon vor über 2 000 Jahren beschrieben. Jetzt zeichnet sich aber eine ungewöhnliche Zunahme ab. Manche sprechen bereits von einer "Volkskrankheit". Das ist sicher eine Übertreibung. Doch gehört die Soziale Phobie oder krankhafte Schüchternheit sicher zu jenen seelischen Störungen, die mit am meisten Leid verursachen - wenngleich oft unbeachtet. Was muß man wissen und vor allem: Was kann man tun?

Weiterlesen: Prof. Dr. med. Volker Faust: Soziale Phobie

   

Dr. Hans Morschitzky: Sozialphobie

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Quelle: Dr. Hans Morschitzky
Klinischer und Gesundheitspsychologe
Psychotherapeut (Verhaltenstherapie und Systemische Familientherapie)
http://www.panikattacken.at/

 

  

Soziale Phobie - Die Angst vor dem Nächsten

 

 

 

Historische Aspekte der sozialen Phobie

 

Der griechische Arzt Hippokrates beschrieb schon in der Antike einen Mann, den man

„wegen seiner Schüchternheit, wegen seines Argwohns und seiner Furchtsamkeit kaum zu sehen bekam; der die Dunkelheit wie sein Leben liebte und weder Helligkeit ertragen noch an beleuchteten Plätzen sitzen konnte, der - den Hut über die Augen gezogen - weder andere sehen noch von ihnen angeschaut werden wollte. Er mied jeden Kontakt aus Angst, schlecht behandelt zu werden, sich zu blamieren oder in seinen Gebärden oder durch sein Reden aus dem Rahmen zu fallen, oder sich übergeben zu müssen. Er glaubte sich von jedermann beobachtet...“

Der Begriff der „sozialen Phobie“ wurde bereits 1903 vom französischen Psychiater Janet beschrieben. Die soziale Phobie in ihrer modernen Form wurde 1966 von den englischen Psychiatern und Verhaltenstherapeuten Marks und Gelder erstmals definiert, später weiter ausgearbeitet und 1980 in das offizielle amerikanische Diagnoseschema aufgenommen und schließlich 1990 auch im ICD-10, dem neuen internationalen Diagnoseschema, verankert. Die soziale Phobie steht seit einigen Jahren verstärkt im Mittelpunkt des Forschungsinteresses.

 

Symptomatik der sozialen Phobie

 

Soziale Phobien bestehen in der Furcht vor der prüfenden Beobachtung durch andere Menschen in verhältnismäßig kleinen Gruppen (nicht dagegen in Menschenmengen) und führen schließlich dazu, dass soziale Situationen vermieden werden oder nur unter intensiver Angst durchgestanden werden. Eine soziale Phobie ist eine dauerhafte, unangemessene Furcht und Vermeidung von Situationen, in denen die Betroffenen mit anderen Menschen zu tun haben und dadurch einer möglichen Bewertung im weitesten Sinne ausgesetzt sind. Es bestehen unangemessen starke Ängste vor sozialen Situationen oder Leistungssituationen, in denen die Person im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit anderer steht und befürchtet, etwas zu tun, was demütigend oder peinlich wäre.

Weiterlesen: Dr. Hans Morschitzky: Sozialphobie

   

Heidenreich/Stangier: Soziale Phobie

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Quelle:Akademie für Fortbildung in Psychotherapie (AFP)

http://www.afp-info.de/Heidenreich-T-Stangier-U.68.0.html

 

Soziale Phobie: Grundlagen und neue Entwicklungen Kognitiver Verhaltenstherapie [1]

Thomas Heidenreich & Ulrich Stangier

Diesen Artikel können Sie auch hier herunterladen (pdf).

Die Soziale Phobie (SP) bzw. Soziale Angststörung stellt epidemiologischen Studien zufolge eine sehr häufige Angststörung dar, die in der Praxis immer noch deutlich unterdiagnostiziert ist. Der vorliegende Artikel stellt zunächst das Störungsbild Soziale Phobie/Soziale Angststörung vor. Die kognitive Konzeption der SP von Clark und Wells, die Besonderheiten der Informationsverarbeitung bei Sozialer Phobie wesentlich umfassender berücksichtigt als bisher übliche kognitiv-verhaltenstherapeutische Ansätze, wird ausführlich dargestellt. Im Zentrum des Artikels steht die praktische Darstellung der von Stangier, Heidenreich und Peitz auf der Basis des Ansatzes von Clark und Wells vorgestellten Behandlung der Sozialen Phobie: Nach der Ableitung eines idiosynkratischen Modells der SP folgen eine kognitive Vorbereitung auf die Exposition (Veränderung von Aufmerksamkeitslenkung und Sicherheitsverhalten), Exposition in vivo und Verhaltensexperimente, verbale Überprüfung negativer Kognitionen sowie die Rückfallprophylaxe. Der Artikel schließt mit einem kurzen Überblick über empirische Arbeiten zum vorliegenden Ansatz und einem Ausblick auf weitere Entwicklungen.
Schlüsselwörter: Soziale Phobie, Kognitive Verhaltenstherapie, Sicherheitsverhalten, Selbstaufmerksamkeit, Informationsverarbeitung

Soziale Phobie: Störungskonzept

Obwohl der Begriff „Soziale Phobie“ erst 1980 ins „Diagnostic and Statistical Manual“ der American Psychiatric Association (APA, 1980) aufgenommen wurde, werden darunter Ängste und Verhaltensweisen zusammengefasst, die schon seit Jahrhunderten beschrieben wurden. Da die Bezeichnung „Phobie“ häufig mit einem eher eng umgrenzten Störungsbegriff in Verbindung gebracht wird, setzt sich in englischen Publikationen aktuell zunehmend der Begriff „Soziale Angststörung“ (social anxiety disorder) durch (Liebowitz, Heimberg, Fresco, Travers & Stein, 2000), der aller Wahrscheinlichkeit nach auch in neueren Fassungen des DSM Eingang finden wird. Im Zentrum dieser Störung steht die Befürchtung, dass das eigene Verhalten oder bemerkbare körperliche Symptome (z.B. Zittern, Schwitzen, Erröten) von anderen Menschen negativ bewertet werden könnten. Diese Befürchtungen gehen in der Regel einher mit ausgeprägten Angst- und Schamgefühlen, Anspannung und einer Neigung zur Vermeidung der gefürchteten Situationen. In der Forschung wurden verschiedene Situationsklassen unterschieden, etwa „performance situations“ (in denen Menschen Handlungen vor anderen Menschen vollziehen, z.B. essen oder trinken) und „interaction situations“ (in denen Menschen mit anderen Menschen interagieren, z.B. mit Fremden oder auch Bekannten). Tabelle 1 zeigt die diagnostischen Kriterien der Sozialen Phobie nach dem DSM-IV (APA, 1994).

Weiterlesen: Heidenreich/Stangier: Soziale Phobie

   

Dr. Hans Morschitzky: Soziale Phobie

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Quelle: Dr. Hans Morschitzky
Klinischer und Gesundheitspsychologe
Psychotherapeut (Verhaltenstherapie und Systemische Familientherapie)

http://www.panikattacken.at/

 

Angst vor anderen Menschen – Angst vor sozialer Kritik: soziale Phobie

„Ich habe ständig Angst, mich zu blamieren oder zu versagen.“
 

Herr Schmidt, 34 Jahre, lebt ein sehr ruhiges, stilles und zurückgezogenes Leben. Beruflich arbeitet er als kaufmännischer Sachbearbeiter und hat sich im Laufe der Jahre einen guten Ruf als verlässlicher und fleißiger Mitarbeiter aufgebaut. Eines Tages wird die Stellung eines Filialleiters innerhalb seines Konzerns vakant, und wohl auch mangels anderer Befähigter fällt die Wahl auf Herrn Schmidt. Eine Beförderung mit keineswegs nur positiven Auswirkungen: von diesem Zeitpunkt an leidet Herr Schmidt in allen öffentlichen Situationen, denen er sich nun jobbedingt stellen muss, abwechselnd unter Herzrasen, Schwitzen, Übelkeit, Harndrang, Angst vor Händezittern und Stottern. Er fürchtet sich davor, eine Rede zu halten, Feiern einzuleiten und Ehrungen durchzuführen. Nur ungern fährt er zu Besprechungen mit anderen Filialleitern. Vor Gesprächen mit wichtigen Geschäftspartnern kann er oft nicht schlafen und benötigt deshalb ein Schlafmittel. Wenn er weiblichen Beschäftigten etwas anordnen muss, wird er leicht rot und verlegen. Wenn es Streit unter Mitarbeitern gibt, will er am liebsten nicht eingreifen, um sich bei keinem unbeliebt zu machen.

 

Niemals in seinem Leben litt er so unter psychovegetativen Symptomen wie nach dem Karriereschub. Er fürchtet sich mehr vor seinen Mitarbeitern als diese vor ihm und hat ständig Angst sich zu blamieren. Wenn sein Vorgesetzter in die Filiale kommt, fürchtet er dessen Kritik, obwohl er durch diesen seine jetzige Position erhalten hat. Er lebt in ständiger Angst, bei seiner Führungsaufgabe zu versagen und abgesetzt zu werden. Nach der Lektüre eines Artikels über Panikattacken sucht Herr Schmidt einen Psychotherapeuten auf, der bald erkennt, dass er unter einer sozialen Phobie leidet.

Weiterlesen: Dr. Hans Morschitzky: Soziale Phobie

   

Karl C. Mayer: Soziale Phobien

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Quelle: Karl C. Mayer, Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie,
Psychoanalyse

http://www.neuro24.de/

 

Soziale Phobien

Soziale Phobien sind die häufigsten Angsterkrankungen, im Gegensatz zu anderen Angsterkrankungen, sind sie zumindest nach manschen Studien bei Männern häufiger. Zeitlebens sollen etwa 7-12% der Bevölkerung betroffen sein, innerhalb eines Jahres sollen 3-5% betroffen sein.   Schüchternheit und Soziale Phobie überlappen sich, und unterscheiden sich überwiegend im Schweregrad und den Kompensationsmöglichkeiten.  Schüchterne Menschen leiden häufiger unter einer Sozialen Phobie als nicht schüchterne Menschen. 35% der Schüchternen erfüllen Kriterien für Selbstunsichere Persönlichkeitsstörung (Achse II nach DSM). Schüchternheit erhöht das Risiko für soziale Phobien. Das Krankheitskonzept der Sozialen Phobie geht über eine schwere Schüchternheit hinaus. Schüchternheit ist auch ein Risikofaktor für andere psychische Störungen wie Depressionen, Agoraphobie,  .Selbstunsichere Persönlichkeitsstörung, Suchterkrankungen.  Nur wenige schüchterne Kinder, und entwickeln später eine soziale Phobie und viele von diesen haben zusätzliche andere Risikofaktoren wie eine positve Familienanamnese für soziale Phobien. Etwa 50% der Menschen mit sozialer Phobie haben keine besondere Schüchternheit in der Kindheit in Erinnerung. Kindliche Schüchternheit ist also keine Bedingung für die Entwicklung einer sozialen Phobie, und auch kein Synonym für soziale Phobie. Menschen mit sozialen Phobien wollen an sich Kontakte. Wenn sie auf andere Menschen treffen, spüren sie eine intensive innere Angst, die die Anderen meist nicht wahrnehmen.  Sie vermeiden Blickkontakt, fürchten nicht gemocht, als dumm oder langweilig empfunden zu werden. Sie vermeiden es vor Gruppen zu sprechen, vermeiden es oft ihre Meinung zu sagen, und vermeiden unbekannte soziale Situationen. Durch ihre Symptome wirken sie für andere oft hochnäsig, weil sie den Blickkontakt meiden oder aus Angst das Grüßen meiden.  Soziale Phobien sind ein Situationsangst mit nachfolgendem Vermeidungsverhalten. Die Angst wird zwar als nicht hinreichend begründet, dafür aber als so ausgeprägt erlebt, dass man sich aus eigener Kraft kaum von ihr lösen kann. Es handelt sich also um eine Zwangsbefürchtung (Fachausdruck: Phobie).

Weiterlesen: Karl C. Mayer: Soziale Phobien

   

Vermeiden, aber richtig!

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Quelle: Sopha - Dortmunder Selbsthilfe für Menschen mit sozialen Ängsten
http://www.sozialphobie-do.de/w/Inhalt/Aktuell

Vermeiden, aber richtig!

Du sollst nicht vermeiden! Stell dich den Dingen! Solche Marschparolen bekommt man manchmal von Therapeuten, Ärzten und anderen Helfern zu hören. Sogesehen wird "vermeiden" schnell als schlecht bewertet.

Wenn man es sich mal genau anschaut, ist es ja so: Da gibt es eine Situation, die einem schwer fällt. Sie löst Ängste, Anspannung und Stress aus. Wer möchte schon gerne solche Gefühle? In der Regel keiner, und deshalb vermeidet man sie.

Im Grunde ist das ja auch eine gute Sache, wir machen im Leben Erfahrungen, die schmerzlich sind und lernen, es auf eine bessere Weise zu machen, die keine Schmerzen verursacht. Wer sich z.B. mit dem Hammer auf die Finger haut, passt beim nächsten mal besser auf. Und keiner wird sagen: Vermeide nicht, hau dir gefälligst auf die Finger!

Unbehagen zu vermeiden, macht also Sinn. Auch für unser seelisches Gleichgewicht kann das gut sein. Denn wer permanent unter starkem Stress steht, überfordert sich, wird krank, brennt aus oder verliert die Lust am Leben. Entspannung und angenehme Gefühle sind wichtig.

Bei der Therapie von Ängsten ist es nun leider so, dass man nochmal in beängstigende Situationen hineingehen muss. Das alleine reicht natürlich nicht, aber mit guter therapeutischer Unterstützung findet man zu einem konstruktiven Leid: Etwas, was schwierig ist, was einen aber irgendwie weiterbringt.

Ein einfaches Beispiel: Am Meer ins Wasser zu gehen, kann erstmal Überwindung kosten, weil das Wasser sich recht kalt anfühlt. Ist man erstmal drin, ist es irgendwie gut und man hat ein schönes Bade-Erlebnis. Ich hab also zuerst ein unangenehmes Gefühl auf mich genommen, um dann durch ein schönes Erlebnis dafür belohnt zu werden.

Weiterlesen: Vermeiden, aber richtig!

   

Soziale Phobie

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Quelle: http:/homepage.swissonline.ch/redfox/Sozphob.html
private Internetseite

  

                      Soziale Phobie

 Allgemeine Informationen


                    Was ist soziale Phobie?

Eine soziale Phobie ist eine anhaltende Angst vor sozialen Leistungssituationen, in denen unbekannte oder Autoritätspersonen anwesend sind und eine Beurteilung abgeben (könnten). Ein Sozialphobiker befürchtet in dieser Situation, sein Verhalten könne auf die andern lächerlich wirken oder er könnte sich blamieren (Angstsymptome). Er versucht alles an sich zu kontrollieren und spielt mögliche Gespräche schon Tage voraus im Kopf immer und immer wieder ab. Er glaubt, andere Menschen würden ihn ablehnen und ausstossen, wenn sie merken würden, wie er wirklich ist (aber viele wissen selber nicht, was sie damit meinen). Wenn es irgendwie möglich ist, meidet er die phobischen Situationen, die zum Beispiel sein können: Beginn und Aufrechterhaltung von Konversationen, Verabredungen, Partybesuche, mit Vorgesetzten oder Autoritätspersonen sprechen. Phobien vor nur einer Situation sind eher selten. Dieses Verhalten beeinträchtigt natürlich den schulischen/beruflichen Aufstieg, viele Sozialphobiker sind arbeitslos weil sie es nicht schaffen, einen neuen Job zu finden, da dazu Gespräche nötig wären. Jene, die einen Job haben, setzen sich sehr unter Druck, alles perfekt zu machen und werden daher sehr geschätzt und immer für ihren Perfektionismus gelobt. Der Perfektionismus entsteht daraus, dass der Betroffene versucht, möglichst wenig Angriffsfläche für Kritik zu bieten. Sozialphobiker stellen sehr hohe Ansprüche an sich und zweifeln dabei gleichzeitig daran, dass ausgerechnet SIE diese erreichen könnten. Ihr niedriges Selbstwertgefühl steht meist in krassen Gegensätzen zu dem, was sie leisten und was andere Menschen/Mitarbeiter/Kollegen/Lehrer für eine Meinung von ihnen haben. Der Sozialphobiker schreibt negative Ergebnisse sich selbst, positive Ausgänge Glück oder dem Wohlwollen anderer zu. Da Sozialphobiker ständig daran denken was andere über sie denken könnten, sind sie meistens Paragraphenreiter, das heisst, wenn es einmal keine negativen Folgen hatte, dass sie ihre Haare kurz trugen, werden sie das immer wieder tun und die neue Erfahrung (wachsen lassen, warten bis man nichts mehr von der Frisur sieht) scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Der Sozialphobiker lebt meistens in der Vergangenheit und erinnert sich eher an frühere Misserfolge als an ein einmal erhaltenes Lob. Er zieht negative, einseitige Schlussfolgerungen, ähnlich wie man es von Depressiven kennt. Die meisten Sozialphobiker bleiben Singles (je nach Studie bis zu 68%) und bei den meisten begann die Entwicklung der Phobie schon in der Pubertät. Ein Sozialphobiker ist von sich überzeugt, unbeholfener, unattraktiver und minderwertiger als alle anderen zu sein. Aus Furcht vor Kritik, Ablehnung und Missbilligung schränkt er sein Leben sehr ein, manchmal so weit, dass er das Haus nicht mehr verlässt, ausser wenn er zur Arbeit muss. Dadurch verpasst er wichtige Entwicklungen (und wenn es die Einführung neuer Fahrkartenautomaten an der Bushaltestelle ist) und gerät dann in eine phobische Situation (Soll ich jetzt jemanden fragen? Oh Gott, wie die mich angucken, ich bin sicher der Dümmste von allen! Ich muss hier weg!). Der Sozialphobiker erkennt meistens sein Problem nicht. Er denkt, seine Probleme seien zitternde Hände, Herzrasen, ein hochroter Kopf. Tatsächlich führen diese Symptome bisweilen zu Reaktionen der Umwelt, doch man bedenke, dass sie ohne die Phobie sicher nicht vorhanden wären. Ein Sozialphobiker kann sich NIE völlig entspannen. Vielleicht ein weiteres Beispiel: Ein Sozialphobiker kann nicht auf der Strasse gehen, wenn er weiss, dass ein paar Meter hinter ihm jemand anderes läuft. Ihm wird übel, er glaubt, bei jedem Schritt zu stolpern. Er meint, der andere Mensch beobachte ihn ständig, überhaupt würden ihn alle beobachten, doch das ist Unsinn. Der Mensch hinter ihm denkt vielleicht 5 Sekunden darüber nach, dass vor ihm noch jemand anderes läuft und zeigt mit ziemlicher Sicherheit nicht das geringste Interesse an der Gangtechnik oder Armhaltung unseres Sozialphobikers.

Weiterlesen: Soziale Phobie

   

Mit dem Leben tanzen

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Quelle: Sopha- Dortmunder Selbsthilfe für Menschen mit sozialen Ängsten
http://www.sozialphobie-do.de/w/Inhalt/Aktuell

Mit dem Leben tanzen

Was gibt Hoffnung? Es braucht gute Bilder, was Leben sein kann. Wir hatten letztens das Thema Lebendigkeit in der Gruppe. Vielleicht werden wir alle voller Energie und Lebendigkeit geboren, sind neugierig auf die Welt, wollen die Welt voll auskosten und entdecken.

Doch dann verschließen wir uns irgendwie - machen Erfahrungen, dass wir mit unserer Lebendigkeit oder unserem Wesen nicht willkommen sind. Wir ecken an, werden gedeckelt, klein gemacht, zu Ordnung und Disziplin aufgerufen. Vielleicht sind wir irgendwann nur noch funktionierende Wesen, die ihre Lebendigkeit verloren haben.

Wirklich verloren? Nein, ich glaube, der lebendige Teil in uns ist noch da. Und er will leben, will sich freuen, will in Fluß kommen und mit dem Leben tanzen. Wenn wir Kontrolle aufgeben könnten und ein wenig Mut haben, kann dieser Teil wieder mehr zum Vorschein kommen.

Weiterlesen: Mit dem Leben tanzen

   

Dr. Mück: Was ist Scham?

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Quelle: Dr. Mück
Praxis für Psychosomatische Medizin u. Psychotherapie, Coaching, Mediation u.
Prävention
Dr. Dr. med. Herbert Mück (51061 Köln)
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. (Keine Beratungen per Telefon oder E-Mail!)

http://www.dr-mueck.de/HM_Scham/HM_Scham-Allgemein.htm


Was ist Scham? 

Scham gehört zu den mächtigen Gefühlen, die menschliches Verhalten steuern ("motivieren").  Sie reguliert (teilweise durch sozialen Anpassungsdruck) menschliches Zusammenleben und verhindert, dass Mitglieder einer Gemeinschaft „herausfallen“. Wer sich abgelehnt ("ungeliebt", ungewollt oder isoliert) fühlt, reagiert daher häufig mit Scham. Scham ist häufig mit dem Erleben verbunden, „anders“ zu sein (von der Norm abzuweichen). Am liebsten möchte er oder sie sich verbergen. Dabei kommt es häufig zum Erröten. Aus Angst, (erneut) abgelehnt zu werden, gehen manche Schambetroffene lieber auf Distanz, was im Extremfall zu einer „sozialen Phobie“ führen kann. Auch bei anderen Erkrankungen (wie Essstörungen, Depression, Sucht, narzisstischen Persönlichkeitsstörungen, Hypochondrie, Zwangsstörungen, Dysmorphophobie) spielt Scham oft eine zentrale Rolle. Die erwähnten Leiden sind zugleich typische "Masken der Scham".

 

Es gibt mindestens zwei Formen der Scham: eine dient der sozialen Anpassung, die andere der Entwicklung von Individualität und der Wahrung persönlicher Integrität. Scham ist ein Warnsignal. Sie verdeutlicht uns, dass unsere Konzepte von der Welt, von anderen und von uns selbst nicht mit unseren momentanen Erfahrungen übereinstimmen (Beispiel: Wenn man über eine vermeintlich lustige Szene lacht, während alle anderen betreten schweigen, wird dies mit hoher Wahrscheinlichkeit Scham auslösen). Scham lässt sich daher auch als "Stachel" interpretieren, der uns dazu motivieren kann, unsere Konzepte zu aktualisieren und andere Formen des Umgangs mit der Realität zu entwickeln (Scham in Maßen kann daher sehr kreativitätsfördernd sein!). Scham hat etwas sehr "ernüchterndes": Sie kann uns aus "traumwandlerischer Sicherheit" reißen. Scham und ihr Pendant "Stolz" dienen dazu, den Kontakt (Nähe, Abstand) zu anderen zu regulieren. Manche bezeichnen die Scham deshalb auch als "Schnittstelle" zwischen uns selbst und anderen.

Weiterlesen: Dr. Mück: Was ist Scham?